Jurysitzung im Kyffhäuserkreis – mit Warp-Geschwindigkeit in eine bessere Zukunft

Seit Oktober 2013 läuft im Rahmen des Programms youthpart #lokal der Ideenwettbewerb „Raumschiff Kyffhäuserkreis – Beam yourself up for a better life“ auf der Online-Beteiligungs-Plattform ypart.eu. Jetzt stehen die sechs Gewinner fest.

Raumschiff

Unsere Cafeteria müsste wirklich dringend mal erneuert werden“, betont Alicia vom Projekt Cafeteria Ultimatum. Gemeinsam mit Laura und Vanessa hat die 14-Jährige einen Film über ihr Vorhaben gedreht. Dieser zeigt einen tristen Raum mit Flecken an den Wänden – so sollte keine Schulcafeteria aussehen. Die Umbaumaßnahmen könnten direkt losgehen. Als letzte Hürde müssen sie jetzt nur noch die Zustimmung der Jury gewinnen. „Auf die Idee ein Werbevideo zu drehen und sogar Sponsoren zu suchen, sind die Jugendlichen selbst gekommen“, sagt Constance Goth, Schulsozialarbeiterin aus Greußen, begeistert.

Im Oktober 2013 ist der Ideenwettbewerb „Raumschiff Kyffhäuserkreis“ gestartet. Unter dem Motto „Beam yourself up for a better life“ beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen der Region im Norden Thüringens mit ihrem Lebensumfeld. Insgesamt haben sie sechzehn verschiedene Vorschläge für den Kyffhäuserkreis auf der Beteiligungsplattform von ypart.eu hochgeladen und durch ein Onlinevoting acht davon ausgewählt. Darunter zum Beispiel ein bunteres Straßenbild für Bad Frankenhausen, ein kinderfreundlicher Spielplatz in Roßleben, einen Tag der Wissenschaft in Sondershausen und die Umgestaltung der Schulcafeteria in Greußen. Sechs dieser Projekte werden nun mit 666 Euro gefördert.

„Die Schüler haben ihre Projekte natürlich auch auf ihren Facebook-Seiten gepostet und WhatsApp und alle anderen ihnen zur Verfügung stehenden Online-Kanäle genutzt, um sie bekannt zu machen“, erzählt die Schulsozialarbeiterin Silvana Mittwoch begeistert. Und Vanessa, 14 Jahre, vom Projekt Cafeteria Ultimatum meint: „Ich glaube, dass übers Internet mehr Jugendliche mitgemacht haben, als wenn es eine normale Abstimmung mit Zetteln an einem festen Ort gegeben hätte. Die meisten von uns hängen ja jetzt viel Zeit online ab.“ Die Technik hinter der Onlineplattform ist allerdings noch ausbaufähig. Um online für die Projekte abzustimmen, musste ein Account angelegt werden, was viele Schüler abgeschreckt hat. „Das Anmeldeverfahren hätte man anders lösen müssen“, meint Nicole vom Projekt Aktion Farbe und berichtet von einigen Jugendlichen, denen das alles einfach zu lange gedauert hat. Und die sich deshalb nicht beteiligt haben. Und auch Vanessa ergänzt: „Kompliziert war, dass man sich anmelden musste, bevor man liken konnte. Andererseits war es natürlich auch nötig, sonst hätte man ja so oft abstimmen können, wie man wollte.“ Positiv heben die Beteiligten die Kommentarfunktion hervor. Direkt online auf der Beteiligungsplattform konnte über die Vorschläge diskutiert werden.

Rene Hartnauer, Bürgermeister der Stadt Greußen, ist von den Ideen und Potenzialen der Jugendlichen überzeugt. „Wir Erwachsenen vergessen gern mal, wie viel in jungen Menschen steckt oder beachten es nicht.“ Er sieht in der Online-Beteiligungsplattform ypart.eu eine Chance, Jugendliche auch in ländlichen Regionen zu beteiligen. Und auch Antje Hochwind, Landrätin des Kyffhäuserkreises, ist überzeugt, dass das Internet das richtige Medium ist, um Jugendliche an aktuellen Prozessen teilhaben zu lassen: „Die jungen Leute kennen sich ja mit dem Medium Internet sehr gut aus, viel besser als die erwachsene Generation. Deshalb finde ich es einen guten Weg, sie über das Internet an aktuellen Prozessen zu beteiligen. Es ist einfach zeitgemäß.“

20 Minuten hat die Jury angeregt diskutiert. Am Ende stehen sechs strahlende Sieger fest. „Ich bin sehr beeindruckt von den Jugendlichen und ihren Projekten. Schon alleine, dass sie heute den Mut hatten, sich hier hinzustellen und ihr Projekt vorzustellen. Ich freue mich wirklich sehr“, lobt Antje Hochwind und meint damit nicht nur die sechs ausgewählten Ideen. „Ich habe schon überlegt, ob wir nicht einfach alle acht Projekte fördern können.“

Text: DKJS/Senem Kaya